Am Freitag, 2. März, feiern wir in der Malanser Kirche um 19 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag (WGT). Die WGT-Bewegung ist eine von christlichen Frauen ins Leben gerufene und getragene Laienbewegung. Sie ist die weltweit grösste und älteste ökumenische Gebetsbewegung. Die Vorlage für den Gottesdienst (Liturgie) verfassen jedes Jahr Frauen aus einem anderen Land.
Frauen unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Kirchen Paraguays haben die Liturgie 2007 geschrieben unter dem Titel "Vereint unter Gottes Zelt".
Paraguay, ein Binnenland, liegt im Herzen von Südamerika zwischen Brasilien, Argentinien und Bolivien und ist fast zehnmal so gross wie die Schweiz. 5,6 Millionen Menschen leben in Paraguay, 95% der BewohnerInnen sind Mestizen. Neben Spanisch ist Guaraní (indianischen Ursprungs) offizielle Amtssprache.
In Paraguay herrscht subtropisches Klima. Der Río Paraguay teilt das Land in zwei ganz unterschiedliche Regionen; Ostregion (Oriente) und Westregion (Chaco). Im regenreichen und fruchtbaren Oriente leben 90% der Bevölkerung und obwohl nur noch wenig natürliche Vegetation erhalten blieb, ist die Tierwelt recht artenreich. Die trockene und heisse Savannenlandschaft des westlichen Chaco hingegen ist fast menschenleer. Trotz des Raubbaus an den Wäldern gibt es im Chaco immer noch etwa 600 Vogelarten.
Paraguay erlebte die längste Diktatur Südamerikas. 1954 kam General Alfredo Stroessner durch einen Putsch an die Macht, er regierte das Land während 35 Jahren. Im August 2006 starb Stroessner im Exil in Brasilien, bis zum Schluss konnte er sich der Justiz entziehen.
Paraguay, seit dem Sturz Stroessners eine Demokratie, leidet unter instabilen politischen Verhältnissen, hoher Auslandverschuldung und Korruption. Die Armut unter der Bevölkerung wächst; die Folgen sind Landflucht, Migration und Kinderarbeit.
Der Weltgebetstag bietet nun die Möglichkeit, sich dem Land auf spezielle Art und Weise zu nähern, nämlich "informiert beten", dem ersten Teil des Leitmotivs der WGT-Bewegung. Es soll nicht beim Beten bleiben. Der Schweizerische Weltgebetstag unterstützt mit der Kollekte Projekte in Paraguay und in anderen Ländern und setzt so den zweiten Teil des WGT-Leitsatzes "betend handeln" um.
Die Christinnen und Christen in Paraguay versuchen "vereint unter Gottes Zelt" an die heilende und belebende Kraft Gottes zu glauben. Mit dem Symbol des paraguayischen Ñandutì, ein gewobenes Kunsthandwerk, das aus verschiedenen kleinen Teilen zu einem Ganzen zusammengefügt ist, möchten sie Mut machen, an die verbindende Kraft Gottes zu glauben, weltweit dafür zu beten, vereint unter Gottes Zelt.
Nach dem Gottesdienst wird herzlich eingeladen zu Kaffee und Kuchen in den Kirchgemeindesaal.
(24.02.2007)